Wissenschaftlicher Ansatz

Für gesunde Menschen auf einem gesunden Planeten

BLUE MARBLE HEALTH steht für Angebote zu und über planetare Gesundheit. Unser Ansatz verbindet ökologisches Bewusstsein, ethische Fragen, Gerechtigkeitsperspektiven und Gesundheitskompetenz – und befähigt Kinder und Jugendliche, die komplexen Herausforderungen unserer Zeit zu verstehen und ihnen wirksam zu begegnen.

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Hintergrund

BLUE MARBLE HEALTH ist eine gemeinnützige Präventions- und Nachhaltigkeitsinitiative. Ziel der Initiative ist es, pädagogische Fachkräfte dabei zu unterstützen, Kinder frühzeitig für einen gesunden sowie klima- und umweltschonenden Lebensstil zu sensibilisieren und ihnen ein Verständnis für die Auswirkungen ihres eigenen Handelns auf unsere Welt zu vermitteln.

Hierfür werden den pädagogischen Fachkräften umfangreiche, zielgruppengerechte Materialien zur Verfügung gestellt, die aufgrund der Förderung von Partner-Betriebskrankenkassen auf Basis ihres gesetzlichen Auftrages gem. §20a SGB V bundesweit kostenfrei sind.

BLUE MARBLE HEALTH richtet sich entlang der Bildungskette an KiTas, Grundschulen und weiterführende Schulen sowie im Kontext der betrieblichen Gesundheitsförderung ebenfalls an Berufsschulen und Unternehmen.

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Ausgangssituation: Planetare Gesundheit – für eine gesunde Welt mit gesunden Menschen

Im Anthropozän – dem Zeitalter des Menschen – hat der Mensch zunehmend die lokale und globale Umwelt verändert, mit weitreichenden Folgen für das Klima und das ökologische Gleichgewicht unserer Welt (Costello et al., 2009; Whitmee et al., 2015). Der daraus resultierende Klimawandel wirkt sich über vielfältige Mechanismen auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden aus – etwa durch Hitzewellen oder Überschwemmungen (Steffen et al., 2015).

Planetare Gesundheit macht deutlich, dass die Klimakrise in ihrer Essenz eine Gesundheitskrise ist und systematisiert komplexe Zusammenhänge zwischen einer gesunden Umwelt und gesunden Menschen (Willett et al., 2019). Klimatische Veränderungen führen zudem zu weitreichenden sozialen Auswirkungen wie Fluchtbewegungen oder der Erhöhung von Lebensmittelpreisen. Die Klimakrise ist also auch eine Gerechtigkeitskrise (Guinto et al., 2022).

Das Konzept „planetare Gesundheit" steht für die Erkenntnis, dass die Gesundheit unserer Welt und die Gesundheit eines jeden Einzelnen untrennbar miteinander verbunden sind (Foster et al., 2019; Horton et al., 2014). Sie erweitert den Fokus der Prävention und Gesundheitsförderung von individuellen und sozialen Determinanten auf ökologische und globale Determinanten.

Planetare Gesundheit fördert Synergien und Win-Win-Lösungen: Eine vorwiegend pflanzenbasierte Ernährung mindert den Verbrauch verschiedener Ressourcen und senkt zugleich das Risiko für chronische Erkrankungen (Willett et al., 2019). Auch unmotorisierte Mobilität wie Fahrradfahren oder Gehen hat nachweislich positive Effekte auf Umwelt und Gesundheit (Xu, Wen & Rissel, 2013).

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Systemische Ansätze in Prävention und Gesundheitsförderung

Die tiefgreifenden Wechselwirkungen zwischen der Gesundheit des Planeten und der menschlichen Gesundheit zu verstehen, ist ein Kernelement planetarer Gesundheit (Pongsiri et al., 2017) und erfordert systemische Perspektiven. Analytisch orientieren wir uns an der sozioökologischen Perspektive, für die Umsetzung nutzen wir den Setting-Ansatz.

Sozioökologische Perspektive

Sie erfasst die komplexen Einflüsse auf Gesundheit – von individuellen Eigenschaften über soziale Netzwerke bis hin zu globalen und ökologischen Faktoren (Redvers, Faerron Guzmán & Parkes, 2023) – und dient als pädagogisches Rahmenwerk, um Bildungsziele im Kontext planetarer Gesundheit zu definieren (Capetola, Noy & Patrick, 2022).

Setting-Ansatz

Der lebensweltliche Ansatz betont die Bedeutung der alltäglichen Umgebungen – KiTa, Schule, Unternehmen – für Gesundheit und deren Förderung (Braveman, Egerter & Williams, 2011; Hartung & Rosenbrock, 2022). Er ist emanzipatorisch und partizipativ: Zielgruppen werden aktiv in die Gestaltung einbezogen.

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Kinder und Jugendliche als Akteur:innen

Der Klimawandel betrifft uns alle und ist doch ungleich verteilt: Menschen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen sind oft am stärksten betroffen (de Paula et al., 2021). Eine weitere, stark betroffene Gruppe sind Kinder und Jugendliche: Sie sind physiologisch empfindlicher gegenüber Umweltbelastungen (Chesney & Duderstadt, 2022) und werden in ihrer Lebensspanne die stärksten Auswirkungen des Klimawandels erleben. Ein UNICEF-Bericht nennt den Klimawandel eine Krise der Kinderrechte (UNICEF, 2022).

Zugleich sind Kinder und Jugendliche die Akteur:innen der Zukunft. Bewegungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass sie eine bedeutende Stimme in der Diskussion um den Klimawandel haben können (Guzmán et al., 2021; Spajic et al., 2019). Ein paradoxer Aspekt: Die jüngere Generation ist mit Problemen konfrontiert, die sie am wenigsten verursacht hat – Befürchtungen bezüglich der Zukunft können sich auf ihre psychische Gesundheit auswirken (Fuller et al., 2022; Hickmann et al., 2021).

Deshalb gilt es, altersgerecht das notwendige Verständnis über die systemischen Zusammenhänge planetarer Gesundheit zu vermitteln, die Resilienz junger Menschen im Umgang mit komplexen Herausforderungen zu stärken und sie zu ermächtigen, informierte Entscheidungen für einen gesunden Lebensstil zu treffen.

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Unser Ansatz & unsere Ziele

Unser übergeordnetes Ziel ist es, unseren Ansatz – der ökologisches Bewusstsein, Fragen zu Ethik und Gerechtigkeit sowie gesundheitliche Kompetenzen verbindet – über die Initiative BLUE MARBLE HEALTH langfristig in die deutsche Bildungslandschaft zu etablieren. Wir wollen:

  • Kindern und Jugendlichen altersgerecht das Verständnis über die systemischen Zusammenhänge planetarer Gesundheit vermitteln und so einen Beitrag zur Prävention und Gesundheitsförderung leisten,
  • ihre Handlungskompetenzen im Umgang mit komplexen Herausforderungen stärken,
  • sie befähigen, informierte Entscheidungen für einen ökologisch und sozial nachhaltigen, gesundheitsfördernden Lebensstil zu treffen,
  • ihre Potenziale als Akteur:innen der Zukunft ausschöpfen,
  • den psychischen Belastungen der Klimakrise angemessen begegnen und die psychische Resilienz junger Menschen stärken.
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Didaktische Prinzipien

Die folgenden Prinzipien leiten die Konzeption unserer Angebote:

  • Evidenzbasiert

    Unsere Angebote basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, bleiben unabhängig von Weltanschauungen und vermeiden eine paternalistische Haltung. Lernende sollen Informationen bewerten und ihre eigene Rolle reflektieren können.

  • Kompetenz- & lösungsorientiert

    Wir vermitteln nicht nur Wissen, sondern fördern Handlungs- und Gestaltungskompetenzen für die persönliche Lebensrealität.

  • Optimistisch & visionär

    Trotz der Herausforderungen fokussieren wir Möglichkeiten für positive Veränderungen und ermutigen zu konstruktiven, nachhaltigen Lösungen.

  • Systemisch & interdisziplinär

    Gesundheit, Klima und Umwelt sind untrennbar verwoben. Unsere Angebote beziehen Wissen aus einer Vielzahl von Fächern und Disziplinen ein.

  • Setting- & kontextbezogen

    Wir berücksichtigen unterschiedliche Wissenshintergründe und Biografien und integrieren Offenheit und Anpassbarkeit für lokale Kontexte.

  • Partizipativ & empowernd

    Wir beziehen Menschen aktiv in die Gestaltung ihrer Lernprozesse ein und befähigen sie, informierte Entscheidungen individuell und kollektiv zu treffen.

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Settings und Zielgruppen

KiTa, Schule und Unternehmen bieten Schlüsselkontexte für Bildungsmaßnahmen zur planetaren Gesundheit – hier verbringen Menschen einen erheblichen Teil ihrer Zeit und setzen sich mit Werten und Verhalten auseinander.

KiTa

In der frühkindlichen Bildung werden grundlegende Werte und Einstellungen geformt. Über die Qualifizierung des pädagogischen Personals verankern wir Themen planetarer Gesundheit altersgerecht im KiTa-Alltag.

Schule

Schulen erreichen (fast) alle Kinder und Jugendlichen unabhängig vom sozioökonomischen Status. Lehrkräfte wirken als Vorbilder und Multiplikatoren – Fortbildungen befähigen sie, planetare Gesundheit fächerübergreifend zu vermitteln.

Unternehmen

Arbeitsplätze erreichen einen Großteil der erwachsenen Bevölkerung. Führungskräfte und Betriebsräte können ein gesundheitsförderliches, nachhaltiges Arbeitsumfeld gestalten und eine Vorreiterrolle übernehmen.

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Maßnahmen

Wir erstellen zielgruppenspezifische Maßnahmen für Gruppenkontexte (z.B. Schulklasse, KiTa-Gruppe) und Selbstlerneinheiten für Off- und Online-Kontexte. Kernelemente sind:

  • Orientierung an Lehr-Lernzielen

    Wir orientieren uns an der Taxonomie von Bloom et al. (1956) und deren Erweiterung durch Anderson (2001). So definieren wir komplexe Lernziele strukturiert – vom Erwerb grundlegenden Wissens bis zur Entwicklung kreativer Lösungen – und können Programme umfassend evaluieren.

  • Wissenstransfer

    Der Fokus liegt nicht auf reiner Wissensvermittlung, sondern auf Reflexion und Anwendung. Erlebnispädagogische und interaktive Methoden gestalten Lernen als aktiven, persönlichen Prozess.

  • Dynamische Entwicklung

    Unsere Angebote reagieren aktiv auf Feedback der Zielgruppen und werden kontinuierlich an die sich wandelnde Thematik der planetaren Gesundheit angepasst.

  • Modulare Einheiten

    Einzelne Einheiten können unabhängig eingesetzt, erweitert und auf unterschiedliche Fächer und Kontexte übertragen werden – bauen aber inhaltlich aufeinander auf.

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Unsere Werte

  • Wissenschaftlich & evidenzbasiert

    Wir stützen uns neben naturwissenschaftlicher auf pädagogische und sozialpsychologische Forschung.

  • Empowernd

    Empowerment ist für uns treibende Kraft: Wir inspirieren unsere Zielgruppen, Verantwortung für die eigene Gesundheit und die des Planeten zu übernehmen.

  • Vernetzt & komplex

    Wir fördern das Verständnis für komplexe Zusammenhänge und bringen Fachbereiche, Perspektiven und Zielgruppen miteinander in Verbindung.

  • Erlebbar

    Interaktive Formate wie Zukunftswerkstätten und Planspiele machen planetare Gesundheit erfahrbar.

  • Planetar

    Nachhaltig, gesundheitsfördernd und ressourcenschonend – diese Kernwerte bestimmen unseren Umgang mit Zielgruppen, Mitarbeitenden und Partner:innen sowie alle Aspekte unseres Handelns.

Jeder von uns kann einen Unterschied machen – BLUE MARBLE HEALTH. Jetzt für die Zukunft.

Auszüge und Zusammenfassung aus dem wissenschaftlichen Ansatz der BLUE MARBLE HEALTH Foundation. Referenzen u.a.: Anderson (2001); Bloom et al. (1956); Braveman, Egerter & Williams (2011); Capetola, Noy & Patrick (2022); Chesney & Duderstadt (2022); Costello et al. (2009); de Paula et al. (2021); Eichinger et al. (2023); Foster et al. (2019); Fuller et al. (2022); Guinto et al. (2022); Guzmán et al. (2021); Hartung & Rosenbrock (2022); Hickmann et al. (2021); Horton et al. (2014); Pongsiri et al. (2017); Redvers, Faerron Guzmán & Parkes (2023); Spajic et al. (2019); Steffen et al. (2015); UNICEF (2022); Whitmee et al. (2015); Willett et al. (2019); Xu, Wen & Rissel (2013).

KI-Transparenzhinweis: Diese Website sowie einzelne Angebote von BLUE MARBLE HEALTH – insbesondere die BLUE MARBLE HEALTH-App und der Online-Escape-Room – nutzen Systeme Künstlicher Intelligenz. KI-gestützte Inhalte und Antworten können unvollständig oder fehlerhaft sein und ersetzen keine medizinische, psychologische oder rechtliche Beratung. Hinweis gemäß Art. 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 (EU AI Act). Mehr zur KI-Transparenz.